Institut für Kunstgeschichte

Promotionskolleg »Aisthesis«

Kunst - Bild - Wahrnehmung

Internationales und transdisziplinäres Promotionsprogramm der Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, der Universität Augsburg, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Universität Bern.

Die Abteilung für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart (MG) und die Abteilung für Kunstgeschichte der Neuzeit (KN) der Universität Bern, zusammen mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg und die Lehrstühle für Kunstgeschichte sowie die Professur für klassische Archäologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bieten ab dem Wintersemester 2009/2010 das transdisziplinäre Promotionsprogramm »Aisthesis« an.

Aisthesis, das transdisziplinäre Promotionsprogramm der Kunstgeschichte sowie der klassischen Archäologie an der Universität Regensburg und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, bietet den Teilnehmern ein strukturiertes Lehrprogramm, das die Qualität kunstwissenschaftlicher Promotionen bei gleichzeitiger Verkürzung der Promotionszeit grundlegend verbessert. Das Programm zeichnet sich durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit assoziierten Nachbarfächern (Medienwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Neuropsychologie, Medieninformatik, Wissenschaftsgeschichte, Geschichte und Theologie) und durch internationale Vernetzung aus. Es schafft einen Rahmen, um avancierte Forschungen zur Kunst und zur Bildkultur mit bildwissenschaftlicher und kulturanthropologischer Perspektive durchzuführen. Einbezogen werden historische und aktuelle Diskurse über das Bild und seine Funktionen, über Kunst, ihre Institutionen und ihre Autonomie sowie über Wahrnehmungsprozesse in philosophischer, naturwissenschaftlicher und medienhistorischer Sicht. Diese Interessen werden nicht nur in Einzelprojekten vertieft, sondern in Symposien, Workshops und Gemeinschaftspublikationen, die in internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit ausgerichtet werden.
Durch den innovativen Zusammenschluss von Kunstgeschichte, Archäologie, Medienwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Neuropsychologie, Medieninformatik, Wissenschaftsgeschichte, Geschichte und Theologie kann ein vielfältiges Spektrum theoretischer Positionen und methodischer Ansätze präsentiert werden. Damit soll einer grundlegenden Neuausrichtung des Faches Kunstgeschichte Rechnung getragen werden: In den Kulturen des Wissens ebenso wie denen der Unterhaltung treten Bilder immer mehr in den Vordergrund. In global vernetzten Informationsgesellschaften nimmt der Anteil der Erfahrung und des Erlebens zu, die durch Bilder vermittelt werden. Man kann diese Transformation vermutlich nur mit Zäsuren wie der Erfindung des Buchdruckes (McLuhan) oder der allgemeinen Alphabetisierung der Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert (Koschorke) vergleichen. Der 1994 diagnostizierte pictorial oder iconic turn stellt auch die historischen Kunst- und Kulturforschung vor die neue Aufgabe der Bilder-Aufklärung. Die Eigendynamik von Bildern - als Werkzeuge im Dienst der Kunst, der Wissenschaft und der Unterhaltung - ist zu einem erstrangigen Forschungsanliegen geworden. Visuelle Phantasie, Kreation und Kognition, Suggestion und kritische Rezeption der Bilder rücken in den Vordergrund des Interesses. Die kognitive Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung wird sowohl in den historischen Kulturwissenschaften als auch in den theoretisch-praktischen Wissenschaften vertieft. Wissenschaftsgeschichte und Wahrnehmungstheorie, historische Anthropologie und Philosophie sind zu systematischer Zusammenarbeit aufgefordert.