Öffentlichkeiten der Kunst

Öffentlichkeiten der Kunst. Die Geschichte der Schweizerischen Plastikausstellung (SPA)


Finanzierung durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF)
Projektdauer 2022-26

Archiv der Schweizerischen Plastikausstellung, integraler Bestandteil der Robert Walser-Sculpture von Thomas Hirschhorn, 06.09.2019. Foto Credit: Enrique Muñoz García

Team

Leitung: Prof. Dr. Peter J. Schneemann
Doktorandin: Seraina Peer M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin: Dr. Yvonne Schweizer

Kunst braucht Öffentlichkeiten. Öffentlichkeiten entstehen durch Kunst.
Die Schweizerische Plastikausstellung (SPA) in Biel/Bienne ist die wichtigste Freiluftausstellung für Skulptur im öffentlichen Raum in der Schweiz. Seit 1954 findet sie in regelmässigem Turnus statt. Ihre Geschichte und ihr Archiv ist bisher, von wenigen prominenten Ausnahmen abgesehen, noch nicht aufgearbeitet worden. Das Forschungsprojekt «Öffentlichkeiten der Kunst. Die Geschichte der Schweizerischen Plastikausstellung (SPA)» stellt sich dieser Aufgabe. Es untersucht die seit 1954 in Biel/Bienne stattfindenden Ausstellungen anhand ihres bisher unerforschten Archivmaterials. Wir argumentieren, dass sich die Spezifik der Bieler Ausstellungen über den Wandel ihres Verständnisses von Öffentlichkeiten fassen lässt.

Das Projekt fragt,

  1. wie die Gründung der Ausstellung zur Ausbildung eines spezifisch lokalen Kunstpublikum führte,
  2. wie innerstädtische Konflikte über die ausgestellte Kunst zu kuratorischen Modellen der Teilhabe führten,
  3. nach den künstlerischen und kuratorischen Strategien der Selbsthistorisierung innerhalb der Ausstellungsreihe.

Mit dem Launch eines digitalen Bürger:innenarchivs sollen die Bieler Öffentlichkeiten in die Aufarbeitung dieses wichtigen Kapitels der städtischen Geschichte einbezogen werden. Hier entsteht eine digitale Plattform für die bisher nicht archivierten, wertvollen Erinnerungsstücke, die jede:r Bieler:in besitzt: Unerzählte Geschichten zu den Ausstellungen und Kunstwerken, ungewöhnliche fotografische Ansichten, Urban Myths und Gerüchte. Diese Rezeptionsdokumente zeigen, dass eine Geschichte der öffentlichen Kunst nicht nur in den Archiven bewahrt wird. Sie lagert in den Gedächtnissen und den Speichermedien der Personen, die mit ihr leben. Eine Ausstellung, Publikationen und öffentliche Symposien werden die Ergebnisse im Laufe der Projektdauer in verschiedenen Formaten zugänglich machen.